Übergreifende Kompetenzen

Die neuen Rahmenrichtlinien laut Beschluss der Landesregierung vom 13.12. 2010, Nr. 2040, legen für alle Oberschulen fest, „dass die Schüler/-innen bis zum Ende der Oberschule in Anlehnung an die Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates folgende übergreifende Kompetenzen mit den entsprechenden Fertigkeiten, Haltungen und Kenntnissen als Grundlage für ein lebensbegleitendes Lernen und für eine erfolgreiche Lebensgestaltung erwerben können. Dies geschieht innerhalb eines ganzheitlichen Lernprozesses durch die kontinuierliche, altersgemäße Förderung und in der Wechselwirkung zwischen den verschiedenen Fachkompetenzen und ist gemeinsame Aufgabe aller Unterrichtsfächer."

Die Fachgruppen haben Beiträge zu den sechs Kompetenzbereichen erarbeitet. Anhand dieser Beiträge zeichnen sich Fächerschwerpunkte für die einzelnen Kompetenzen ab. Es geht darum, die Fertigkeiten, Haltungen und Kenntnisse der Schüler/-innen anhand einzelner Fachinhalte zu entwickeln und zu überprüfen, jedoch nicht um die Erarbeitung zusätzlicher Inhalte.

Jeder/jede Schüler/-in wird am Ende des Schuljahres in den sechs Kompetenzbereichen bewertet. Grundlage der Bewertung sind die Beobachtungen, die die Lehrpersonen im Laufe eines Schuljahres machen. Nachdem es unmöglich ist, dass jede Lehrperson für jeden/jede Schüler/-in in sechs Bereichen Fertigkeiten, Haltungen und Kenntnisse überprüft und dokumentiert, wird jeweils eine Lehrperson pro Kompetenz ernannt, die die Hauptverantwortung für die Vorbereitung der Bewertung übernimmt. Die Formen für die Beobachtung und Dokumentation stehen jeder Lehrperson frei. Vorlagen werden zur Verfügung gestellt.

Der Vorschlag der zuständigen Lehrperson wird in der Klassenratssitzung im Mai besprochen und eventuell abgeändert. Daraus ergibt sich die definitive Bewertung der einzelnen Kompetenzen am Ende des Schuljahres.

Die Bewertung erfolgt an unserer Schule in vier Kompetenzstufen:

  • Kompetenz in hohem Maß erreicht
  • Kompetenz weitgehend erreicht
  • Kompetenz teilweise erreicht
  • Kompetenz kaum erreicht


Die sechs Bereiche mit den entsprechenden Teilkompetenzen sind folgende:

Lern- und Planungskompetenz

Der/die Schüler/-in kann

  • den eigenen Lernprozess planen, kontrollieren und regulieren
  • das eigene Arbeiten und Lernen reflektieren, bewerten und gegebenenfalls Korrekturen an der Lernstrategie vornehmen

Kommunikations- und Kooperationskompetenz

Der/die Schüler/in kann

  • in unterschiedlichen Situationen angemessen kommunizieren und interagieren
  • das eigene Kommunikationsverhalten in seinen kognitiven und emotionalen Aspekten reflektieren
  • sich selbstbestimmt, zielorientiert und kooperativ in Prozesse einbringen
  • mit Konflikten konstruktiv umgehen

Vernetztes Denken und Problemlösekompetenz

Der/die Schüler/in kann

  • Zusammenhänge und Wechselwirkungen wahrnehmen und analysieren
  • Probleme wahrnehmen, Folgen bestimmter Lösungsansätze und Handlungsperspektiven abschätzen
  • an Anforderungen und Herausforderungen lösungsorientiert herangehen

Soziale Kompetenz und Bürgerkompetenz

Der/die Schüler/in kann

  • über die Aufgaben in der Gemeinschaft und über die eigene Rolle reflektieren
  • Rechte und Pflichten als Mitglied einer demokratischen Gesellschaft verantwortungsbewusst wahrnehmen
  • sich konstruktiv an der Gestaltung der Gesellschaft beteiligen
  • sich aktiv an der Lösung von gesellschaftlichen Problemen beteiligen
  • gesellschaftliche Anliegen mittragen und das eigene Handeln danach ausrichten

Informations- und Medienkompetenz

Der/die Schüler/in kann

  • einen Informationsbedarf erkennen, Informationen aus unterschiedlichen Medien beschaffen, bewerten und effektiv nutzen
  • Medien, insbesondere digitale, in verschiedenen Situationen selbstständig, kreativ-konstruktiv und zur Unterstützung des eigenen Lernens einsetzen, reflexiv und verantwortungsvoll damit umgehen
  • Auswirkungen der medientechnologischen Entwicklungen auf das eigene Umfeld und die Gesellschaft analysieren

Kulturelle Kompetenz und interkulturelle Kompetenz

Der/die Schüler/in kann

  • die eigene Lebenswelt und Kultur bewusst wahrnehmen und sich damit auseinandersetzen
  • die eigene Lebenswelt und Kultur als Teil einer multikulturellen, pluralistischen Gesellschaft begreifen
  • sich dialogbereit auf Begegnungen mit Menschen anderer Sprachen und Kulturen einlassen